THEATER am FWG

 

„Im Theater wie im Leben ist es nicht die Sprache,

sondern der Sprecher, der die Bedeutung verleiht!“

(George Tabori)

Der Vorhang fällt zum dritten Mal, der Jubel möchte gar nicht abebben, im dunklen Zuschauerraum strahlen stolze Elterngesichter voll Freude und Genugtuung, auf der Bühne ist die anfängliche Anspannung enthusiastischer Freude gewichen…

Wieder einmal brachte die Theatergruppe des FWG nach Wochen der intensiven, oft auch nachmittäglichen Vorbereitung ein bühnenreifes Stück auf die „Bretter, die die Welt bedeuten“ und erntet nun den verdienten Applaus.

Doch was bewegt Schüler so viel zusätzliche Zeit zu investieren?

Die Kinder geben folgende Gründe an: Spaß, Wachsen an neuen Aufgaben, Erleben von eigenen Grenzen, Ausfüllen selbst-verantwortungsvoller Tätigkeiten, Stolz auf sich selbst sein, Freude an Kommunikation, Zeigen von Improvisationsgeschick, Drang nach Unterhaltung und Unterhalten, Ausleben von Kreativität, Erfahren von Emotionen, Einfühlen in andere Menschen, Miteinander gestalten... Kurz also, das aufgeschlossen Sein gegenüber dem Wahren, Guten und Schönen.

Aus (theater-) pädagogischer Sicht könnte man dagegen ganz verkopft folgendes anführen: Die Beiträge, die Theater zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung leisten kann, sind vielfältig. Neben der Förderung von künstlerischen Talenten, die oftmals auch nicht ganz so leistungsfähige Schüler besitzen, ermöglicht das Schauspielen jedem Kind durch die Erfahrungen auf der Bühne und das Eintauchen in andere Rollen, sich selbst zu entdecken und dabei Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu tanken, die Persönlichkeit im Ganzen weiterzuentwickeln.

 

Wie George Tabori in seinem Zitat indirekt aussagt, ist Theater nämlich mehr als nur Text auswendig lernen. - Ein guter Schauspieler zeichnet sich durch situationsadäquate Mimik und Gestik, eine klare, deutliche und vor allem laute Aussprache sowie Improvisationsgeschick und Charisma aus. All diese Fähigkeiten gilt es, im Wahlkurs Theater voneinander und miteinander zu erlernen.

Die große Anzahl an Kindern, die alle auf die Bühne wollen, stellt die Theatergruppe dabei jedes Jahr wieder vor neue Herausforderungen. Zunächst geht es darum, ein für so viele Schauspieler und die Gegebenheiten der kleinen Schulbühne passendes Stück zu finden. Um jedem Kind gerecht zu werden, arbeitet man viel mit Doppelbesetzungen oder erfindet kurzerhand eigene, zusätzliche Rollen.

Im Prozess der Vorbereitung durchlaufen die Schüler einige Täler mit Schatten, aber auch zahlreiche Höhen mit Licht. Denn nach einer ersten Annäherung an das Stück mit Improvisationsübungen oder Pantomime, lesen sich die Protagonisten ein und es werden bei einem internen „Casting“ gemeinsam die Rollen vergeben. Erst dann werden Szenen im Block erarbeitet, also beginnt die eigentliche Bühnenarbeit, bevor der Gesamtdurchlauf geprobt und letztendlich durch Licht, Ton, Technik und Bühnenbild vervollständigt wird. Am Ende steht ein in positiven Farben schillerndes Gemeinschaftsprojekt, bei dem durch die Mithilfe des AK-Orga, des AK-Technik und des AK Bühnenbild nicht selten über 100 Schüler mitwirken und so der Schulfamilie ein Highlight im Schuljahr präsentieren.