L  A  T  E  I  N
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Latein gehört auch im 21. Jahrhundert zu den wichtigen Fächern im gymnasialen Fächerkanon, viele sehen in dem Fach ein zentrales Element gymnasialer Bildung. Auf der Homepage des Deutschen Altphilologenverbandes findet man die folgende kurze Würdigung des Faches:

Da Latein die Basissprache Europas ist, beschäftigt sich der Lateinunterricht auf der Grundlage lateinischer Texte nicht nur intensiv mit der Sprache und Kultur des antiken Rom, sondern nimmt zugleich das Fortleben der lateinischen Sprache bis in die Neuzeit in den Blick. Dabei erweist sich der Lateinunterricht als Schlüsselfach zur europäischen Tradition. Auf dieser Grundlage vermittelt der Lateinunterricht als pädagogisches Mehrzweckinstrument vielfältige sprachliche, methodische, kulturelle und personale Kompetenzen und stellt ein für unsere Gegenwart wichtiges Orientierungswissen zur Verfügung. Dabei werden vor allem langfristig wirksame Qualifikationen erworben, wodurch Allgemeinbildung und Studierfähigkeit nachhaltig gefördert werden. Da in unserem Zeitalter der Dritten Industriellen Revolution spezialisiertes Fachwissen in immer kürzeren Abständen zu veralten droht, kommt derartigen Qualifikationen eine besondere Bedeutung zu.

An unserer Schule wird Latein als zweite Fremdsprache angeboten. Im Laufe der 5. Jahrgangsstufe müssen unsere Schüler zusammen mit ihren Eltern eine Entscheidung treffen: Französisch oder Latein. Dazu wird ihnen im Frühjahr eine Informationsveranstaltung angeboten, bei der sich die jeweiligen Fachlehrer jedoch nicht als Konkurrenten sehen, die dem anderen möglichst viele Schüler wegnehmen wollen, sondern als Berater, die eine Entscheidungshilfe bieten, aber nicht die eigene Entscheidung abnehmen möchten. Seit etlichen Jahren liegt der Anteil der SchülerInnen, die sich für Latein entscheiden, konstant bei etwa 50 Prozent.

 

Im Rahmen des Lateinunterrichts werden am Frankenwald-Gymnasium zwei eintätige Exkursionen zu Stätten der römischen Kultur in Bayern angebotenen:

*        für die 6. Jahrgangsstufe: Weißenburg (mit Therme, Römerkastell, Römermuseum) und Pfünz (Römerkastell)

*        für die 8. Jahrgangsstufe: Regensburg (Städtisches Museum mit vielen Funden aus der Römerzeit, Reste der antiken Kastellmauern, Porta Praetoria, aber auch Dom und Altes Rathaus)

 

Im gymnasialen Lateinunterricht kann man folgende Qualifikationen erwerben:

 

Latinum 

nach fünf aufsteigenden Lateinjahren  (Ende Jgst. 10)                 -                       Mindestnote 4

 

Voraussetzung für die Studiengänge in:

- Altertumswissenschaft (Altphilologie, Archäologie, Ägyptologie ...)

- Lehramt am Gymnasium in den Fächern Katholische und Evangelische Religions-lehre, Griechisch (und Latein)

 

Lektüreniveau:            Fähigkeit, „lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Stellen (bezogen auf Bereiche der politischen Rede, der Philosophie und der Historiographie) in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen“

→        Cicero

 

Kleines Latinum  (Gesicherte Lateinkenntnisse) 

nach vier aufsteigenden Lateinjahren  (Ende Jgst. 9)                    -                        Mindestnote 4

 

Voraussetzung für die Studiengänge in:

- Lehramt am Gymnasium in den Fächern Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

 

Lektüreniveau:            Fähigkeit, „lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsrad inhaltlich einfacherer Prosatextstellen in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen“

→        Nepos, Curtius Rufus, Vulgata

 

Lateinkenntnisse

nach drei aufsteigenden Lateinjahren  (Ende Jgst. 8)                    -                        Mindestnote 4

 

Lektüreniveau:            Fähigkeit, „Texte, wie sie üblicherweise am Ende der Spracherwerbs-phase in den vom Staatsministerium genehmigten Lehrbüchern zu finden sind, in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen“

(Quelle:  KMS vom 13.01.2008)

 

 Man sollte aber dem Fach Latein nicht den Rücken kehren, wenn man sein Latinum (endlich) in der Tasche hat. Wenn man die Klassen 6-10 quasi als Pflichtprogramm ansehen sehen möchte, folgt in der Oberstufe gleichsam die Kür. Zentrale Autoren sind vor allem Cicero, Seneca, Petron, Horaz, Vergil und Livius; ihre Werke, die  zu den zentralen Werken des europäischen Kulturkreises zählen, bieten vielfältige Anregungen, sich mit philosophischen, ästhetischen, gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.