Übergänge gestalten

 

Modellprojekte zur Weiterentwicklung des Gymnasiums 

Im Interesse der den Gymnasien anvertrauten Schülerinnen und Schüler wird auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Gremien intensiv und sehr erfolgreich kontinuierlich über die Weiterentwicklung unserer Schulart nachgedacht. Unter anderem werden zur Zeit an den Gymnasien so genannte „Modellprojekte“ zu folgenden Themenkomplexen erprobt:

  • Übergänge gestalten
  • Nachhaltiges Lernen in der Mittelstufe
  • Rhythmisierung des Unterrichts
  • Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler
  • Qualitätssicherung in den W- und P-Seminaren

Auch wir am FWG kümmern uns natürlich unter anderem auch um die hier genannten Bereiche. Besonders intensiv haben wir den ersten Bereich, „Übergänge gestalten“, ausgebaut. Im Folgenden werden einige Teilaspekte des FWG-Konzeptes zu diesem Bereich beschrieben:

 Ziel:
Unsere Schülerinnen und Schüler sollen an besonders markanten Übergängen der Gymnasialzeit, auf dem Weg von der Grundschule in das Gymnasium und von der Mittelstufe in die Oberstufe, intensiv begleitet, gefördert und beraten werden.

Leitfaden: 

  1. Maßnahmen zur Gestaltung der Übergänge von der Grundschule in das Gymnasium
  • Stärkung der personalen und sozialen Kompetenzen mit dem Lions-Quest-Programm „Ich und meine neue Gruppe“; drei bis fünf Doppelstunden jeweils in 5., 6. und 7. Jahrgangsstufe; im Vorfeld Schulung des Kollegiums in so genannten Lions-Quest-Seminaren.
  • Für alle 5. Klassen vom ersten Schultag an Einsatz von Schülertutoren aus höheren Jahrgangstufen: Begleitung und aktive Mitwirkung beim mehrtägigen Schullandheimaufenthalt der 5. Klassen, Organisation und Durchführung verschiedener außerunterrichtlicher Veranstaltungen für die 5. Klassen im Laufe des ganzen Schuljahres; Ansprechpartner für die Fünftklässler. Die Schülertutoren werden von der betreuenden Lehrkraft gezielt ausgewählt, geschult und kontinuierlich beraten.
  • Kennenlerntage aller 5. Klassen in einem mehrtägigen Schullandheimaufenthalt zu Beginn des Schuljahres.
  • Seit dem Schuljahr 2011/12 Stärkung der fachlichen Kompetenzen der neuen Fünftklässler bei zu Beginn eventuell noch bestehenden fachlichen Defiziten in einer von Anfang an stattfindenden jeweils pro Woche einstündigen individuellen Förderung in Deutsch und/oder Mathematik durch die uns als „Lotsin“ zugewiesene Grundschullehrkraft und einzelnen Fachlehrkräften – für Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen, die im Übertrittszeugnis eine 3 in Deutsch und/oder Mathematik hatten und/oder am Probeunterricht teilgenommen haben. Dauer der Maßnahme: Mindestens bis zum Ende des Kalenderjahres, bei Bedarf auch länger. Andere Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen, die im Laufe der Zeit Lerndefizite entwickeln, können dazu kommen.
  • Von Anfang an „Frühwarnsystem“ durch eine intensive Zusammenarbeit der Fachlehrer der Klasse, insbesondere der Kernfachlehrer, miteinander und mit der uns zugewiesenen „Lotsin“. Durchführung von mindestens zwei Klassenkonferenzen bis zum 15. Dezember (die erste nach der ersten Schulaufgabenrunde und vor dem ersten allgemeinen Elternsprechabend, die zweite unmittelbar vor dem 15. Dezember). Förderbedarf und Fördermaßnahmen ermitteln. Gegebenenfalls auch Empfehlung eines möglichst frühzeitigen Wechsels der Schulart (Durchlässigkeit des dreigliedrigen Schulsystems).
  • Von Anfang an Information und Beratung der Eltern der Fünftklässler an Elternabenden (erster Info- und Klassenelternabend bewusst frühzeitig Anfang Oktober); kontinuierliche individuelle Beratungs- und Gesprächsangebote durch Fach- und Beratungslehrer, Schulpsychologin, Grundschullehrkraft und Schulleitung.
  • Seit dem Schuljahr 2012/13 Angebot der „Offenen Ganztagsschule“ speziell auch für die 5. Klassen: Intensive Unterstützung bei der Strukturierung des Schulalltags, Hausaufgabenbetreuung. Kooperationspartner: Pädagogisches Personal der Caritas Kronach (zwei Mitarbeiter pro Schülergruppe).
  • Ab Ende Oktober und dann kontinuierlich Informationsmaßnahmen für Eltern von Viertklassschülern von unserem Beratungslehrer und Mitgliedern der Schulleitung an umliegenden Grundschulen.
  • Absprachen der Schulleitungen (Mittelschule, Realschule und FWG) am Schulzentrum.
  • Hospitationen von Gymnasiallehrkräften, die in der 5. Jahrgangsstufe unterrichten, an einer Grundschule, speziell in der Klasse der uns zugewiesenen „Lotsin“, Team-Teaching mit der Grundschullehrkraft.

 

    2. Maßnahmen zur Gestaltung der Übergänge von der Mittelstufe in die Oberstufe 

  • Angebot von „Methodentraining“ und „Lernen lernen“ für die Mittelstufe und speziell für die 10. Jahrgangsstufe.
  • Seit dem Schuljahr 2012/13 zusätzliche Intensivierungsstunden für alle Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe in Mathematik und der 10. Jahrgangsstufe in Deutsch; damit sind die beiden Kernfächer des Abiturs berücksichtigt.
  • Angebot einer zusätzlichen individuellen Förderung in bestimmten Kernfächern zum Thema „Fit für die Q-Phase“ für die 10. Jahrgangsstufe.
  • Förderung fachlicher Kompetenzen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler speziell der 10. Klassen, u.a. Vorbereitung auf die DELF- und die Cambridge-Prüfungen in Französisch und Englisch.
  • Bewusste Propagierung des Flexibilisierungsjahres speziell für die 10. Jahrgangsstufe für Schülerinnen und Schüler, die ein Auslandsjahr einlegen, besondere Begabungen intensiver pflegen oder gewisse Lerndefizite vor dem Eintritt in die Oberstufe ausgleichen wollen.

  • Auf dem Weg in die Oberstufe so genannte „Tage der Orientierung“ für alle Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe.
  • Informations- und Beratungsangebote für Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen und deren Eltern durch Beratungslehrer, Oberstufenkoordinator und Schulleitung. Geplant: Informationen durch Q11-Schüler, die aus Schülersicht die Zehntklässler auf dem Weg in die Q-Phase etwa bei den verschiedenen Wahlentscheidungen beraten.

 

Die hier beschriebenen Maßnahmen wurden und werden kontinuierlich mit den verschiedenen schulischen Gremien besprochen. Besonders erfreulich sind die sehr zustimmende Grundhaltung und die konstruktive Mitwirkung des Schulforums und des Elternbeirats.

Neben den schulischen Gremien waren und sind von Fall zu Fall auch verschiedene außerschulische Partner beteiligt, etwa das Schulamt, die Schulleitungen der Nachbarschulen und der Lions-Club Kronach.

Auswirkungen 

1. Maßnahmen zur Gestaltung der Übergänge von der Grundschule in das Gymnasium: Unsere Maßnahmen zur Förderung der personalen und sozialen Kompetenzen beeinflussen spürbar das „Klima“ an unserer Schule. Uns wird immer wieder zum Beispiel von Eltern, Schülern, insbesondere auch von ehemaligen Schülern, aber auch von Referendarinnen und Referendaren bestätigt, dass am Frankenwald-Gymnasium eine freundliche und wohlwollende Atmosphäre und damit in Verbindung eine ausgeprägte Bereitschaft der Schülerschaft zu einer konzentrierten, ernsthaften und aktiven Mitarbeit bestehe.
Weiterhin gibt es eine deutliche Bereitschaft sehr vieler Schülerinnen und Schüler, sich in verschiedensten  schulischen Gruppen (z.B. SMV, Tutoren, Conflict Guides, Ranger, Schulsanitäter, Arbeitskreise) zu engagieren. Die Grundlage für diese Bereitschaft wird sicher auch durch unsere Maßnahmen in den unteren Klassen gelegt.
Besonders wichtig ist aber, dass wir spürbar wahrnehmen und auch deutlich vermittelt bekommen, dass sich unsere neuen Schülerinnen und Schüler sehr schnell an ihrer neuen Schule auskennen und sich mit ihrer neuen Schule schnell und sehr gerne identifizieren. So werden vor allem aber auch günstige Lernbedingungen geschaffen. 
Auch unsere Maßnahmen zur fachlichen Förderung unserer Fünftklässler greifen: Schon im zweiten Jahr konnten wir feststellen, dass die Schülerinnen und Schüler, die mit einer 3 in Deutsch und/oder Mathematik zu uns gekommen sind und den Förderunterricht besucht haben, sich wohl auch deswegen fachlich stabilisieren konnten.

2. Maßnahmen zur Gestaltung der Übergänge von der Mittelstufe in die Oberstufe: Die Auswirkungen der in diesem Zusammenhang oben genannten  Maßnahmen sind dagegen in der Regel noch nicht so deutlich spürbar, weil hier einfach noch Erfahrungen gesammelt werden müssen. Lediglich zu den schon seit vielen Jahren laufenden „Tagen der Orientierung“ und den Vorbereitungskursen zu den DELF- und Cambridge-Prüfungen können Aussagen getroffen werden: Die „Tage der Orientierung“ wurden über die Jahre hinweg von allen beteiligten Lehrkräften und Schülern durchweg positiv bewertet. Im Kern wurde immer wieder festgestellt, dass sie zur Selbstfindung und zur Stärkung des Selbstwertgefühls beigetragen hätten.
An den DELF- und Cambridge-Prüfungen haben naturgemäß nicht viele Schüler teilgenommen, aber für diese in der Regel begabten und motivierten Schüler sind die Prüfungen meist erfolgreich verlaufen und haben sehr viel zur Fachkompetenz dieser Schüler beigetragen.