Individuelle Lernzeit für die Jahrgangsstufen 8 bis 10

 

„ILZ“ – diese drei Buchstaben stehen für das gymnasiale Konzept der „Individuellen Lernzeit“, das vom Schuljahr 2013/14 an umgesetzt wird. Dieses Konzept, das die Jahrgangsstufen 8 bis 10 betrifft, verbindet bewährte und selbstverständliche pädagogi-sche Maßnahmen wie die individuelle Beratung und Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem völlig neuen Modell des so genannten „Flexibilisierungsjahres“. Für die Umsetzung des Konzepts der „Individuellen Lernzeit“, also auch für die individuelle Beratung und Förderung, bekommen die Gymnasien zusätzliche Lehrerstunden, das FWG zunächst sieben, ab dem Schuljahr 2014/15 dann ca. zehn Wochenstunden. Damit können wir diese individuelle Beratung und Förderung weiter ausbauen und das Flexi-bilisierungsjahr ausgestalten.

 

Individuelle Beratung und Förderung

Bereits vom ersten Tag des Schuljahres an wollen wir durch so genannte „Übergabe-gespräche“ zwischen den Klassenleitungen des vergangenen Schuljahres mit den neuen Klassenleiterinnen und Klassenleitern speziell die Schülerinnen und Schüler bewusst wahrnehmen, die schulische Probleme hatten oder bekommen könnten. Diesen Schülerinnen und Schülern, aber natürlich auch allen anderen, die im laufenden Schuljahr speziell gefördert werden wollen oder sollten, werden wir weiter ausgebaute Beratungs- und Förderangebote in folgenden Bereichen machen können:

  1. Individuelle Beratung durch Klassenleitungen, Beratungslehrkräften, Schulpsychologen und Schulleitung.
  2. Individuelle Förderung methodischer Kompetenzen durch das Angebot von Kursen in „Methodentraining“ und „Lernen lernen“ speziell für die Mittelstufe.
  3. Individuelle fachliche Förderung durch Intensivierungsstunden in verschiedenen Fächern.
  4. Ausbau des Angebots der Einzel- oder Kleingruppennachhilfe durch ältere Schülerinnen und Schüler.

Die hier genannten Kurse in „Methodentraining“ und „Lernen lernen“ können Schülerin-nen und Schüler der 8. bis 10. Klassen von sich aus wählen, einzelnen Schülerinnen und Schülern kann die Teilnahme an diesen Kursen von uns aber auch empfohlen werden. In die Intensivierungsstunden werden Schülerinnen und Schüler nach Bedarf in aller Regel von uns hinein verwiesen. Die Teilnahme an den Kursen und Intensivierungsstunden ist dann verpflichtend. Eine Befreiung ist nach schriftlichem Antrag der Eltern durch die Schulleitung zum Beispiel nach einer Notenverbesserung möglich. Die hier genannten Kurse und Intensivierungsstunden zählen zu den fünf bis zum Ende der 10. Jahrgangs-stufe verpflichtend einzubringenden zusätzlichen Intensivierungsstunden.

 

Flexibilisierungsjahr

Das Flexibilisierungsjahr betrifft die Jahrgangsstufen 8 bis 10. Es gelten folgende Bedingungen:

  1. Es kann nur von den Schülerinnen und Schülern beantragt werden, die die jeweilige Jahrgangsstufe bestanden haben. Schüler können entweder die gleiche Jahrgangsstufe (8, 9 oder 10) als „Flexijahr“ noch einmal durchlaufen, oder eine Jahrgangsstufe (nur 8 oder 9) von vornherein auf zwei „Flexijahre“ anlegen (nach bestandener 7. die 8. in zwei Jahren, nach bestandener 8. die 9. in zwei Jahren).
  2. Die Anmeldung zum „Flexijahr“  ist nur nach einer pädagogischen Beratung und mit einem schriftlichem Antrag (mit Begründung und Absichtserklärung!) am Ende des Schuljahres oder auch bis zum Ende des folgenden Halbjahres möglich.
  3. Ein „Flexijahr“ in der 8. und 9. Jahrgangsstufe wird nicht der Höchstausbildungsdauer angerechnet, in der 10. aber schon.
  4. Man darf nur einmal ein „Flexijahr“ machen.

 

Im Gegensatz zur bisher bestehenden Möglichkeit des freiwilligen Wiederholens einer bestandenen Jahrgangsstufe sieht das Flexibilisierungsjahr verbesserte Rahmenbedin-gungen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler vor:

  1. Diese Schülerinnen und Schüler werden einer bestimmten Stammklasse zugewiesen.
  2. Sie können im „Flexijahr“ nach Beratung bis zu sechs Unterrichtsstunden (in der 10. Klasse unter Umständen zusätzlich noch Fächer, die in der Oberstufe nicht belegt werden müssen, insgesamt maximal acht Stunden) weglassen.
  3. In diesen „Freistunden“ („Flexistunden“), in denen sich die Schülerinnen und Schüler in der Schule aufhalten, bei uns in der Regel in unserer so genannten „Lernwerkstatt“, die wir ganz neu gestalten werden, arbeiten sie individuell für ihre „Problemfächer“. Sie werden von Betreuungslehrern beraten, begleitet und zum Beispiel mit Lern- und Übungsmaterial versorgt.

In diesen „Flexistunden“ sind zum Beispiel auch Hospitationen in speziellen Unterrichtsstunden in anderen Klassen denkbar.

  1. Außerdem sollen die Flexijahr-Schüler an weiteren fachlichen Fördermaßnahmen teilnehmen, sofern sie von der Schule in der jeweiligen Jahrgangsstufe angeboten werden.
  2. Wir am FWG favorisieren das „Flexijahr“ nach der   10. Jahrgangsstufe, weil es nach Bedarf die Möglichkeit bietet, sich noch einmal gut auf die Oberstufe vorzubereiten. Es kann aber auch ein gutes Angebot für Schülerinnen und Schüler sein, die zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt nach der 10. planen.