Das „Satellitenseminar“ am FWG

 

Seit September 2013 werden am FWG Referendare für das Lehramt ausgebildet. Die Ausbildung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer ist in Kronach nichts Neues, denn das KZG leistet diese schon seit Jahren. Weil es in letzter Zeit sehr viele junge Leute gibt, die das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abgelegt haben, wurde 2013 beschlossen, dass sogenannte „Satellitenseminare“ in besonders stark besetzten Fächern eingerichtet werden sollten. Dabei sind diese „Satelliten“ immer an eine schon vorhandene Seminarschule gekoppelt, an der zentral die Unterweisung der Referendarinnen und Referendare in den allgemeinen Fächern Pädagogik, Psychologie, staatsbürgerlicher Bildung und Schulrecht erfolgt. Die „Satellitenschule“ bildet dann in den Unterrichtsfächern der jungen Leute aus; für das FWG ist das die Kombination Englisch/Geschichte, teils mit Sozialkunde als Drittfach, das am KZG basiert ist.

In diesen Fächern erfahren die Kandidaten in der Praxis vor Ort, auf welchen Grundlagen der Schulunterricht aufbaut, was eine gute Unterrichtsgestaltung ausmacht und welche Chancen und Tücken der Unterrichtsalltag eines Lehrers bereithält. Für das Fach Geschichte ist Herr Ginevrino zuständig, für Englisch Frau Walter. Die sich über zwei Jahre erstreckende Ausbildung ist in drei Abschnitte gegliedert:

Zu Beginn des ein halbes Jahr dauernden ersten Abschnitts halten die Referendarinnen und Referendare einzelne Stunden in unterschiedlichen Klassenstufen, deren positive und negative Elemente dann im Detail mit den Seminarlehrern besprochen werden. Danach steht nach den Herbstferien die Übernahme des Unterrichts in jeweils einer Klasse pro Fach bis zum Zwischenzeugnis an. Dabei stehen ihnen sowohl die Seminarlehrer als auch die Kollegen, die ihre Klassen für die Ausbildung „abgeben“, beratend zur Seite und besuchen dazu auch den Unterricht regelmäßig – sie bleiben weiterhin für die Inhalte und für die Tests und Noten verantwortlich. Den Abschluss des ersten Abschnitts bildet im Januar schließlich die benotete Lehrprobe, in der die jungen Lehrer beweisen können, was sie bisher im Hinblick auf die Gestaltung des Unterrichts und den Umgang mit den Schülerinnen und Schülern gelernt haben.

Der zweite Abschnitt erstreckt sich über ein ganzes Jahr, in dem die Referendarinnen und Referendare in den sogenannten „Zweigschuleinsatz“ gehen und als voll verantwortliche Lehrer, wenn auch mit im Vergleich zu einer Vollzeitstelle reduzierter Stundenanzahl, an einem anderen Gymnasium in Bayern in ihren Fächern unterrichten. In dieser Zeit werden sie ebenfalls von durch die jeweilige Schule zugeteilten Betreuungslehrern begleitet, die Inhalte und Leistungserhebungen kontrollieren. Davon abgesehen können sie aber selbstständig arbeiten und Noten vergeben. Diese Station in der Ausbildung ermöglicht es den jungen Leuten, ausgiebig Erfahrungen zu sammeln; auch in dieser Phase steht zudem wieder eine benotete Lehrprobe an.

Für den dritten Ausbildungsabschnitt kehren die Referendarinnen und Referendare an das FWG zurück. Jetzt werden die Erfahrungen aus der Praxis noch einmal hinterfragt, erweitert und mit Theorien aus Pädagogik und Didaktik verknüpft. Pro Fach wird nochmals eine Klasse übernommen, die – wie im ersten Abschnitt – Kollegen abgeben, die weiterhin in der Verantwortung bleiben. Wieder steht eine benotete Lehrprobe an, außerdem werden in der Regel nach Pfingsten die Prüfungen für das zweite Staatsexamen abgehalten, auf die sich die jungen Leute ebenfalls vorbereiten müssen. Mit dem Abschluss dieses letzten halben Jahres endet auch die Ausbildung am FWG.

Die „Satellitenseminare“ sollen nur so lange erhalten bleiben, wie es in den dort angebotenen Fächern die große Anzahl an Universitätsabsolventen gibt, die in den Vorbereitungsdienst eintreten. Das bedeutet auch für das FWG, dass die Seminarausbildung hier keine dauerhafte Einrichtung sein wird, sondern nach einiger Zeit wieder eingestellt wird; wann es soweit ist, ist im Moment nicht bekannt.