Geldpolitik am FWG: Besuch der Bundesbank

 

„My ambition for financial politics ist to be boring.“ Mit diesem Zitat eröffnete der Leiter der Bundesbankfiliale Nürnberg, Markus Schiller, seinen, im Gegensatz zur Geldpolitik der EZB, sehr interessanten Vortrag zu dem Thema am 14.11.2018.

 

Nach der Begrüßung des Referenten durch den Schulleiter, Herr Weichert, begann der Bundesbankdirektor, 25000€, leider schon geschreddert, als Gewinn für die Antwort auf eine Frage zur Inflation auszuloben. Die Inflation auf knapp unter 2% zu regulieren sei das erklärte Ziel der Europäischen Zentralbank. Wie sie das erreicht, wurde den Schülern anhand des Aufbaus und der Funktionsweise des Eurosystems anschaulich gemacht. Im Anschluss wurde das „Werkzeug“ für diese Regulierung, der Leitzins, sowie seine Anwendung präsentiert. Die Anwesenden konnten durchschauen, welche weitreichenden Effekte eine Erhöhung des aktuellen Leitzinses von 0% zufolge hätte. Teurere Kredite, mehr Rendite für Gespartes und die Verringerung der Nachfrage an Konsumgütern sind nur ein kleiner Teil dieser Auswirkungen. So wurde die ungeahnte Komplexität des Finanzsystems Europas deutlich. Das zweite Päckchen geschredderter Banknoten leitete mit der Frage, wie viele D-Mark noch im Umlauf wären – 13 Milliarden Mark, auf die Bargeldversorgung über. Diese ist die zweite wichtige Aufgabe der EZB. Zum Abschluss wurde das prägendste Ereignis der Finanzwelt im neuen Jahrtausend behandelt, das passenderweise gerade 10. Geburtstag feierte – die Finanzkrise von 2008. Herr Schiller erklärte die Maßnahmen, die ergriffen worden sind, um diese zu bewältigen. So schloss sich der Kreis zu den anfangs behandelten Niedrigzinsen.

Die Wirtschafts- und Recht Kurse der Oberstufe konnten ihr Wissen zur Strategie und den Aufgaben der Zentralbank auf den Prüfstand stellen und erweitern.  Die Inhalte dieses Vortrags werden allen beteiligten nicht nur im Unterricht, sondern auch im Alltag immer wieder über den Weg laufen.