Trippeltrappel – Trippeltrappel PONY!

 

Oder im Fall des P- Seminars „Streitwagenbau“ eher Stampf- Stampf Kutschpferd!

„Ach herrje“, war dann auch die erste Reaktion der Seminarteilnehmer, als die Kutsche sich näherte, „die sind aber groß!“.

Für die Teilnehmer des Seminars der Informatik ging es nämlich zur Recherche rauf auf die Kutsche und mit 2 PS durchs grüne Band, dem Grenzstreifen der ehemaligen, innerdeutschen Grenze zwischen Bayern und Thüringen.

Eigentlich sollten die Schülerinnen und Schüler nur ein Gefühl für das Fahren mit einer Kutsche bekommen, sich mit der Technik und der Anspannung einer ursprünglichen Pferdestärke vertraut machen, doch Clemens Renneberg – passionierter Fahrer eines Gespanns Thüringer Kaltblüter aus Neuhaus- Schierschnitz in Thüringen – schaffte noch viel mehr. Mit seinen beiden Rössern Einstein und Maika zeigte er den FWG´lern, das auch dicke Pferde mächtig was unter der Mähne haben. Es ging im Trab und Galopp den Berg hinauf, vorbei an den ehemaligen Grenzstreifen direkt zur innerdeutschen Grenze, wo er den Schülern gleich noch einen Abriss der Grenzbebauung samt Minenfeld, Zaun und Naturhindernissen gab.

Scheinbar mühelos lenkte er seinen Zweispänner mit kleinem Planwagen über Stock und Stein, steile Hänge hinab und an Autos, LKW´s und Motorrad vorbei und plauderte dabei über Bremssysteme, starre Achsen und authentische Radkonstruktionen – denn das P- Seminar hat sich zum Ziel gesetzt einen römischen Streitwagen zu planen, konstruieren, zu bauen und dann hoffentlich auch live zu testen. Allerdings gibt es statt Streitross ein Shetty – das hat auch nicht so große Hufe und sieht noch dazu niedlicher aus. Denn die ca. 1,75m großen Pferde nötigten den Seminarlern schon ordentlich Respekt ab, obwohl „die einen Wendekreis haben, besser als jeder Smart!“.

Während der Fahrt bei herrlichem Sonnenschein passierte zudem noch etwas völlig untypisches: Es wurde zeitweise ganz still auf der Kutsche – die Q11er saßen einfach nur da und genossen die Fahrt. Typisch Frankenwäldler gab es zum Abschluss der Fahrt ein zurückhaltendes Gejubel: „Das hat schon verdammt viel Stil mit den Pferden!“

So recht an die Tiere heran trauten sich zwar nur wenige, aber es wurde dann schon darüber philosophiert, ob man das mit dem kleineren Exemplar nicht doch auch mal selbst versuchen könnte.

Neben dem Umgang mit dem Pferd bedarf der Streitwagenbau auch vielfältiger technischer Fertigkeiten und natürlich wird das Seminar auch auf diese vorbereitet. Ein alter Sulky – eine Einachskutsche für Ponys dient als Übungsobjekt und wurde zunächst komplett auseinander gebaut um in den kommenden Wochen neu aufgebaut zu werden. Zurzeit stehen jede Menge Schleifarbeiten an, anschließend technische Umbauten, Installation neuer Bremsen und Räder, Polsterarbeiten und natürlich die künstlerische Gestaltung bevor es dann an den Neubau des Streitwagens geht. Man darf gespannt sein und sich nicht darüber wundern, wenn irgendwann ein Shetty über den Schulhof flitzt oder Schüler im ersten FWG- Streitwagen durch die Gänge rollen.