Ein Beispiel für perfekte Demokratie-Erziehung

 

Auf diesen Augenblick hatten sie Monate lang hingearbeitet: Acht Schülerinnen und Schüler bekamen vor kurzem aus den Händen von Kultusminister Bernd Sibler stellvertretend für das Frankenwald-Gymnasium im Kultusministerium in München eine ganz besondere Auszeichnung überreicht. Als Gewinner des Sonderpreises „Digital“ im Wettbewerb „#mitsprechen – Du bist Demokratie!“ des Landesschülerrats Bayern (LSR) wurden sie von höchster Stelle für ein Demokratie-Projekt an ihrer Schule ausgezeichnet, das die Jury und den Kultusminister gleichermaßen begeistert hatte.

 

Die Aufgabe, die der LSR den teilnehmenden Schulen gestellt hatte, bestand darin, sich kreativ und vielseitig mit dem Thema „Demokratie“ auseinanderzusetzen. Am FWG nahm dies die Schülermitverantwortung (SMV) als Anlass, die gesamte Schule mehr oder weniger über ein halbes Schuljahr in den „Wahlmodus“ zu versetzen. Themenschwerpunkt war die Handynutzung an der Schule.

 

„Was sich dann aus der Idee der SMV entwickelte, war ein exemplarischer Aufbau einer parlamentarischen Demokratie wie aus dem Lehrbuch“, erläuterte Studienrat Tobias Pohl, der das Demokratie-Projekt zusammen mit Studiendirektor Adrian Ginevrino betreute und dokumentierte. Der Sozialkundelehrer begleitete die drei Schülersprecher Luca Troche, Lea Schütz und Christoph Bauer sowie deren fünf engsten Mitarbeiter bei der Umsetzung des Projekts auch zur Preisverleihung nach München. Hier wurde der große Einsatz, aber auch der Sachverstand der Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung des Projekts betont. Immerhin kam es beim Thema der Handynutzung schnell zur Bildung verschiedener Parteien am FWG, die um Mitglieder warben und ein Parteiprogramm entwickelten. Anschließend stellten sie sich im Wahlkampf zur Wahl in das Schülerparlament. Als sich das Parlament konstituiert hatte, wurden Fraktionen und Fachausschüsse gebildet, die die "Gesetze" zur Handynutzung ausarbeiteten und zur Abstimmung wieder ins Parlament brachten. Am Ende stand ein Schülervotum, wie, wo und wann Handys zukünftig am FWG benutzt werden. „Der Schulleitung liegt dieser Gesetzesentwurf vor und wir sind gespannt, wieviel davon dann auch umgesetzt werden kann“, erklärte Raphael Zwosta, der maßgeblich an der Durchführung des Projekts beteiligt gewesen war, in München.

Neben dem FWG wurden sieben weitere Schulen aus Bayern ausgezeichnet; das FWG stellte aber den einzigen fränkischen Vertreter.

Der spannende Tag der Preisverleihung begann für die kleine FWG-Delegation mit einer Führung durch den bayerischen Landtag, ehe es dann zum Kultusministerium ging. Dort fand schließlich auch die tatsächliche Preisverleihung des Landesschülerrats statt. Als Gastgeber überreichte der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultur, Bernd Sibler, die Urkunden. Er selbst betonte zuvor, wie wichtig er den Wettbewerb fände, da das Institut „Schule“ auch politisches und soziales Wissen übermitteln müsste.

Jedes Projekt der sieben Sieger-Schulen wurde vorgestellt. Dabei wurde dem Frankenwald-Gymnasium neben dem Preisgeld auch der Sonderpreis „Digital“ überreicht. „Die innovativen Beiträge zeigen: Demokratie ist Alltag an unseren Schulen – demokratisches Bewusstsein und demokratische Prozesse gehören fest zum Schulleben dazu“, zeigte sich Minister Sibler von den Projekten beeindruckt.

Franziska Lang