Demokratie beginnt bereits im Klassenzimmer

 

- Zweiter Preis der Klasse 9a des Frankenwald-Gymnasiums beim bayernweiten Wettbewerb „Gesucht: Demokratie im Alltag“ des Bayerischen Elternverbands (BEV)

„Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen“, stellte bereits Winston Churchill fest. Welch vernichtendes Urteil – und Herausforderung zugleich.  In diesem Sinne startete der Bayerische Elternverband (BEV) einen Wettbewerb, welcher zeigen sollte, warum die Demokratie die beste Form des Zusammenlebens sei, wenngleich sie viel Zeit und Ausdauer benötige. Die Klasse 9a des Frankenwald-Gymnasiums stellte sich dieser Herausforderung und wurde im Rahmen der Preisverleihung in Landshut letztendlich mit einem hervorragenden 2. Platz belohnt.

 

 

„Dass wir in einer Demokratie leben, ist Schülern bewusst. Was Demokratie aber bedeutet, nicht immer: Sie ist nicht einfach da, sondern sie fordert den Bürger“, erklärte Tobias Pohl,  Sozialkundelehrer am FWG, seine Motivation, die Klasse 9a des FWG auf den Wettbewerb des Bayerischen Elternverbands (BEV) anzusprechen. Grund genug für die Schülerinnen und Schüler, sich für das Projekt zu interessieren und wenig später mit viel Begeisterung zusammen mit ihrer Lehrkraft an einem Strang zu ziehen. Letztendlich führte die Teilnahme der Klasse an diesem Wettbewerb auch zu einem vertieften Kennenlernen und Verstehen der Demokratie, verbunden mit den Fragen „Was ist Demokratie?“, „Wo beginnt sie eigentlich?“ und „Wo hört sie auf?“

Da die Klasse auf diese Fragen die passenden Antworten und mit dem im Unterricht gedrehten Filmbeitrag auch eine überzeugende Form gefunden hatte, durften sich einzelne Schülerinnen und Schüler vor kurzem auf den Weg nach Landshut machen, um dort die mit 400 Euro dotierte Auszeichnung zu erhalten. „Der am Frankenwald-Gymnasium produzierte Kurzfilm hat überzeugt, da er nicht nur dargestellt hat, inwieweit demokratische Grundwerte im Schulalltag herausgefordert werden würden, sondern auch gezeigt hat, wie mit derartigen möglichen Beeinträchtigungen umgegangen werden könnte“, so die Jury in der Urteilsverkündung. Man habe am FWG-Beitrag erkennen können, wie bedroht die Demokratie sei, wie sie aber auch gelebt werden könne, so ein Vertreter des BEV.

Im Zuge der Vorbereitung hatte Tobias Pohl den Schülern im Sozialkundeunterricht ganz bewusst Zeit und Raum gegeben, sich diverse Gestaltungsmöglichkeiten des anspruchsvollen Themenkomplexes zu überlegen. „Sehr schnell wollten die Schülerinnen und Schüler die Grenzen der Demokratie im Schulalltag thematisieren“, so die Lehrkraft rückblickend. Aus der Schülerperspektive heraus erzählte die Klasse in ihrem Kurzfilm von alltäglichen Problemen und stellte den demokratischen Schein bloß. „Gleichwohl wollten sie nicht nur zeigen, wo die Demokratie nach Raum und Zeit sucht, vielmehr wollten sie konkrete Lösungen anbieten, wollten zeigen, wie Demokratie wächst, wenn man ihr die Möglichkeit lässt“, so Tobias Pohl.

Es entstand gemeinsam mit der Filmgruppe des FWG jener Kurzfilm, der großen Eindruck bei der Jury hinterlassen hatte und schließlich den zweiten Preis nach sich zog. Man setzte sich gegen eine Vielzahl anregender Beiträge durch: So thematisierte eine Gruppe die „Juniorwahl“ und bewies, dass die Spielregeln der Demokratie durchaus begeistern und dass man folglich Demokratie lernen könne. Eine andere Gruppe fragte nach den Auswirkungen des Terrorismus auf den Alltag der Jugendlichen und stellte fest, dass man jetzt erst recht zeigen müsse, dass man sich wohlfühle in der Demokratie und deren Werte und Forderungen verteidigen wolle.

In Landshut blickten die Schülerinnen und Schüler der 9a froh auf den Wettbewerb zurück. „Wir haben gelernt, wie Demokratie bedroht wird.“, so der 15jährige Tim Görtler. „Wir haben aber auch verstanden, dass man den Bedrohungen entgegentreten kann. Durch Engagement!“, ergänzte Sophia Schülner treffend.

-mts-