Frankenwald-Gymnasium lässt den Frühling erklingen

 

„Statt gelbem Blütenstaub liegen Töne in der Luft“ – mit diesen launigen Worten begrüßte Schulleiter Harald Weichert die zahlreichen Besucher beim Frühlingskonzert des Frankenwald-Gymnasiums, das erstmals im Kreiskulturraum stattfand. Bereits das farbenfrohe Bühnenbild, das der Arbeitskreis Bühnenbild der Schule aufgebaut hatte, versprach einen bunten Strauß musikalischer Darbietungen – die Konzertbesucher wurden nicht enttäuscht. Sie erlebten ein abwechslungsreiches Arrangement von kleinen und großen musikalischen Höhepunkten, von denen jeder seinen eigenen Charme hatte. Mit Witz und guter Laune führten Maren Haderlein und Nicolas Gentzsch durch das gut 90-minütige Programm.

 

In ungewöhnlicher Besetzung eröffnete das Blechbläserensemble der Mittel- und Oberstufe das Konzert. Mit je zwei Trompeten und Posaunen präsentierten Daniel Becker, Nico Kraus, Yannik Yasar und Judith Scherbel „Mr. Brown“, von Jürgen Hahn schwungvoll arrangiert. Dass man sich um den Pianistennachwuchs am Frankenwald-Gymnasium keine Sorgen zu machen braucht, zeigten die drei Solisten und ein sechshändiges Trio, die den Schritt an den Konzertflügel wagten und bewiesen, wie sie das Instrument bereits beherrschen. Den Auftakt bildete Jakob Daum mit einem „Impromptu“, also einem Phantasiestück, von Franz Schubert. Leonhard Müller hatte sich mit den beiden Traditionals „Greensleeves“ und „Scarborough fair“ sicher die bekanntesten Solostücke ausgesucht. Anneliese Kästner wagte sich schließlich mit dem Adele-Hit „Someone like you“ zunächst als Solistin an eine Chart-Nummer, bevor sie zusammen mit ihrem beiden Schwestern, die als Gastmusikerinnen zum Konzert gekommen waren, eine Bearbeitung des bekannten Themas aus „Pink Panther“, „The little Panther“ von Manfred Schmitz präsentierte. Mit anerkennendem Applaus wurde jeder der Beiträge bedacht und damit auch der Mut der jungen Solisten gewürdigt, sich schon in der 5. oder 6. Klasse einem so großen Publikum zu stellen.

Das Frühlingskonzert des Frankenwald-Gymnasiums gehört traditionell den Solisten und kleinen Ensembles, die im meist übervollen Programm des Sommerkonzertes sonst wohl untergehen würden. Dass sich diese, oft eher leisen, Töne keineswegs verstecken brauchen, bewiesen die jungen Streicher aus der Unterstufe. In Quartettbesetzung wagten sich Jonathan Graf (Violine), Amelie Angles (Bratsche) und Leonhard Müller (Cello), unterstützt von ihrer Lehrerin Agnes Kauffer (Violine) an Gerald Schwertbergers „Kongress der Gartenzwerge“ und „Beginning Bach“ von Johann Sebastian Bach. Engagiert bewiesen die drei Fünftklässer, dass von ihnen in den nächsten Jahren sicher noch einiges zu erwarten sein wird. Danach trat Amelie Angles als Solistin auf die Bühne und präsentierte zwei Sätze aus den „Albumblättern“ von Hans Sitt. Absolut selbstsicher und versiert zog sie mit ihrer sauberen Intonation bei den auswendig gespielten Sätzen die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich – ein erster Höhepunkt des Konzertabends.

Ebenso selbstbewusst wagte sich Marisa Blinzler an Christoph Willibald Glucks „Einem Bach der fließt“ aus der Oper „Die Pilger von Mekka“. Marisa hatte bereits im Rahmen der letzten Schultheateraufführung ihr großes musikalisches und schauspielerisches Talent bewiesen. Auch bei dieser Solodarbietung gelang es ihr, einfühlsam begleitet von Christiane Stömer-Rauh am Flügel, sehr gut, den Bach und seinen Lauf lautmalerisch zum Klingen zu bringen. Mit „The Mirror“ von Menno Bosgra sorgte das Percussionensemble der Unterstufe für einen musikalischen „Break“. Die ausdrucksstarke Dynamik ihres Spiels machte das Spiegelbild als Thema des Stückes fast real sichtbar. Die Chorklasse 6c, ein Klassenverband, in dem gezielt die Chorarbeit durch Zusatzstunden in Musik gefördert wird, entließ das Publikum mit zwei englischen Titeln in die Pause. Wagten sie mit „Clouds“ von Andy Beck zunächst ebenso die Lautmalerei und zauberten kleine musikalische Wölkchen in den Kreiskulturraum, zeigten sie mit „Shake it off“ von Taylor Swift, wie moderne Chorarbeit aussehen kann. Absolut engagiert präsentierten sie den Hit, unterstützt von einer eigenen Percussiongruppe und einem Keyboard, in einer eigenen Coverversion und „shakten“ am Ende die Bühne. Der Spaß an der Musik war auch hier mehr als deutlich zu spüren und sprang sofort auf das Publikum über!

Drei völlig unterschiedliche Ensembles und zwei Solisten bildeten schließlich den zweiten Teil des bunten Konzertabends. Laura Pfadenhauer hatte ihre Kollegen aus dem Gitarrenensemble der Musikschule Kronach zum gemeinsamen Musizieren eingeladen. Unterstützt von ihrem Lehrer Tobias Schick, der einen erkrankten Schüler kurzfristig ersetzte, entführte sie zusammen mit Alexander Blinzler und Moritz Porzelt nach Spanien und präsentierte „Camino del Molino“ von Frederico Moreno Torroba und „El gato montes“ (Die Wildkatze) von Manuel Panella. Nach diesen eher flotten Rhythmen bewies Marcel Schuberth sein großes Talent als Solist an der Gitarre. Mit dem „Adagio con grand espressione“ von Mauro Giuliani entlockte er seinem Instrument zunächst eher ruhige, getragene Töne, bevor er mit viel Engagement die Titelmelodie aus „Piraten der Karibik“ von Hans Zimmer interpretierte. Weitere Filmmusik brachte das eigens für das Konzert gegründete Gemischte Ensemble von sechs Schülerinnen der Unter- und Mittelstufe auf die Bühne. In der außergewöhnlichen Besetzung von drei Saxophonen, Querflöte, Klarinette und Violine spielten Helena und Johanna Hebentanz, Inga-Carina Zänker, Paula Smettane, Ina Siegelin und Alicia Krause John Williams´ Titelmelodie aus „Jurassic Parc“.

Dass sie schon über große solistische Erfahrung verfügt, bewies Chiara Mitter mit „A Change in me“ aus Alan Menkens „The Beauty and the Beast“. Sehr sicher intonierte sie mit ihrer warmen Altstimme den Song aus dem gleichnamigen Musical. Den musikalischen Schluss- und Höhepunkt setzte schließlich das Percussion-Ensemble der Unter- und Mittelstufe mit einer Eigenkomposition ihres Leiters Ralf Probst. Bei „Kitchen(im)possible“ erklangen am weiß gedeckten Küchentisch neben Küchenreibe, Sieb und diversen anderen Küchenutensilien auch ein Sahnebecher, eine Kekspackung und Schokolade. So entstand während der Performance quasi nebenbei das Dessert des Frühlingskonzertes als Sahne-Keks-Frucht-Schichtspeise, die, mit Schokolade garniert, der Schulleitung des Frankenwald-Gymnasiums serviert wurde. Tosender Applaus war der verdiente Lohn für diesen humorvollen Beitrag und einen frühlingshaft-beschwingten Konzertabend, den die Fachschaft Musik mit Agnes Kauffer, Veronika Schlereth, Ralf Probst und Christiane Stömer-Rauh

vorbereitet und auf die Bühne gebracht hatte.

Text: msi