Bis über die Landesgrenzen hinaus

 

Kurz vor 14:00 Uhr. So langsam macht sich dann doch etwas Nervosität breit. „Ich hab Angst, dass ich dann plötzlich lachen muss.“—„Denk einfach an die Mathe-Ex, dann vergeht dir das Lachen.“ Plötzlich geht die Tür auf: Angela Hofmann, 2. Bürgermeisterin, kommt rein: „Oh, soll ich noch draußen warten?“ Die Nervosität ist verflogen und wird durch professionelles Auftreten ersetzt: „Nein, kein Problem. Setzen Sie sich. Wollen Sie etwas zu trinken?“

 

Am Dienstag, den 06. Februar, stellte das P-Seminar „Deutsch-Französischer Reiseführer“ die Arbeit der letzten eineinhalb Jahre vor und zeigte, dass sich die beteiligten Schüler locker mit der Konkurrenz aus der freien Marktwirtschaft messen können. Wichtig war ihnen, dass ihr Produkt, ein deutsch-französischer Reiseführer für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, einmalig ist, das es so noch nicht gibt. Sie wollen so französischen Austauschschülern die Stadt Kronach und den Landkreis näher bringen, wenn sie zu Besuch kommen und so auch die Städtepartnerschaft mit Hennebont stärken. Besonders stolz waren sie darauf, dass sie es geschafft hatten, sich vollständig durch Sponsoren zu finanzieren. Außerdem können so die Reiseführer kostenlos verteilt und im Tourismuszentrum im Rathaus ausgelegt werden.

Die betreuende Lehrkraft, Daniela Militzer, musste dabei zu keinem Zeitpunkt eingreifen, sondern gab den Schülern einen großen Vertrauensvorschuss und hielt sich im Hintergrund. Stattdessen koordinierten sich die Schüler untereinander und teilten sich die verschiedenen Aufgaben: „Wir haben uns immer in der Gruppe besprochen“, erklärte David Bauer den Anwesenden.

Anfangs war allen etwas bange, da sie für ihren Reiseführer nicht nur die Texte auf Deutsch und Französisch schreiben, sondern auch noch ein ansprechendes Layout finden mussten. Doch das Endprodukt zeigt: Die Schüler bewältigten die Herausforderung souverän und erstellten ein Produkt, das kommerziellen Reiseführern in nichts nachsteht. Auch Franziska Simon ist sich sicher: „Wir haben unseren eigenen Stil gefunden.“ Auf Doppelseiten steht links jeweils ein kurzer deutscher Text über die entsprechende Attraktion, rechts die französische Übersetzung, ergänzt durch entsprechende Bilder. Nur zwei Texte mit ihren Übersetzungen durchbrechen dieses Schema: Hier wurden die Themen umfassender auf zwei Doppelseiten beschrieben. Zusätzlich haben sich die Schüler noch zwei Besonderheiten einfallen lassen: Karten verschaffen einen Überblick über Attraktionen und Schwimmbäder in Kronach und Umgebung. Außerdem zeigt ein Zeitstrahl, wann wo welche Veranstaltungen stattfinden.

Am Ende der Präsentation hieß es dann noch „Danke“ sagen: An Frau Militzer, die den Schülern ihren Freiraum beim Arbeiten gelassen hatet, dem gesamten FWG, den Sponsoren und vor allem der Druckerei Appel&Klinger, die hinsichtlich Layout und Druck immer beratend zur Seite stand. Die Schüler gaben auch zu: Die Texte und vor allem die französischen Übersetzungen waren auch deswegen so gut, weil sie von Austauschschülern gegengelesen wurden, nachdem die Projekt-Teilnehmer sie verfasst hatten.

Dank wurde dann aber auch den Schülern ausgesprochen, von Matthias Schneider, Vertreter der Schulleitung, der nichts als lobende Worte für das P-Seminar übrig hatte: „Wir danken Euch. Wir sind sehr stolz auf Euch!“ Dem hatte auch Frau Militzer nichts mehr hinzuzufügen, die sichtbar zufrieden mit ihren Schülern war.

Angelika Hofmann zeigte sich auch begeistert von der Arbeit der Schüler: „Ihr habt gezeigt, dass Euch Kronach am Herzen liegt.“ Sie erklärte auch, dass nicht nur die Präsentation, sondern auch die ganze Arbeit während der Projektphase in der Form auch bei richtigen Unternehmen stattfindet und sich die Schüler keineswegs verstecken brauchen.

 

- Bastian Heinlein