Exkursion der neunten Klassen nach Buchenwald

 

Wir, die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen, sowie die Lehrkräfte Herr Stepanek, Herr Rögner und Frau Binder besuchten am 29.06.2017 das in der Nähe von Weimar liegende, ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Das Eingangstor beinhaltet den Schriftzug „Jedem das seine“. Dieser kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Die Gerechtigkeit teilt jedem das Seine zu“. Hitler beutete diesen Schriftzug für seine Ideologie aus.

 

Auf dem Weg zum Museum der Gedenkstätte gewannen wir erste bleibende Eindrücke von dem Lager. Im Museum angekommen bekamen wir die Gelegenheit, die seit 2016 eröffnete Dauerausstellung zu besuchen. Dort wurden wir zum Beispiel über den erschütternden Alltag der Häftlinge aufgeklärt. Besonders ergriffen waren wir von dem persönlichen Schicksal und den Geschichten einzelner Häftlinge. Nach und nach wurde jedem von uns das Ausmaß dieser Katastrophe deutlich. 56000 Menschen starben hier eines qualvollen Todes, dementsprechend war die Stimmung nach dem Museumsbesuchs bedrückt.

Während der Mittagspause aßen wir in dem ansässigen Bistro und stärkten uns. Dabei tauschten wir uns über die bereits gesammelten Eindrücke aus. Anschließend sahen wir uns einen 30-minütigen Film über das Konzentrationslager Buchenwald an. In dem Film wurden einige der überlebenden ehemaligen Insassen interviewt, die von ihren Erlebnissen und dem unmenschlichen Alltag berichteten.

Nun folgte eine 90-minütige Führung durch die erhaltenen und restaurierten beziehungsweise nachgebauten Gebäude. Wir betraten ein Gebäude, welches das Eingangstor umschließt. Darin befand sich ein Modell des Lagers, anhand dessen uns die Struktur und der Aufbau näher erläutert wurden. In der Führung wurden wir ebenfalls darüber informiert, wo sich welche Personengruppen aufhielten und welche Arbeit sie verrichten mussten. In dem anliegendem Nebengebäude, dem Arrestzellenbau, auch „Bunker“ genannt, den wir ebenfalls besuchten, wurden damals Gefangene gefoltert und grausam ermordet. Dort befinden sich heute Gedenkräume für die dort verstorbenen Insassen. Daraufhin suchten wir das Krematorium, jenes Gebäude, in welchem Berge von Leichen verbrannt worden waren, auf. Hier erreichte die Stimmung den Tiefpunkt, es umgab uns Stille.

Unter dem Verbrennungsraum befindet sich der Keller, in dem die Leichen gelagert und anschließend zum Verbrennen transportiert worden waren. Eine absolut grausame und perfide Vorstellung, die doch von 1937 bis 1945 grausame Realität gewesen war. Langsam und in uns ruhend verließen wir diesen traurigen Ort und betrachteten eine Nachbildung der Genickschussanlage, die das zuvor Gesehene an Perversion übertraf. Die jeweiligen Referenden beschrieben uns den Ablauf dieser unvorstellbar grausamen, bis ins Detail geplanten hinterlistigen Tötungsmethode. Ein weiteres Mal wurde uns hier die unvorstellbare Grausamkeit der nationalsozialistischen Ideologie vor Augen geführt.

Mit einem Gefühl tiefer Betroffenheit verließen wir am Nachmittag die Gedenkstätte Buchenwald. Die erlebten Ereignisse sollten uns noch einige Tage im Gedächtnis bleiben.

 

Lena Brettel (9b)