Bleibender Eindruck auf beiden Seiten

 

Die Ausstellung „Menschen – Flucht, Vertreibung, Heimat“ der „Mut-Macher“ des Frankenwald-Gymnasiums hat seit ihrer Vorstellung vor einem Jahr für viel positives Echo in der Öffentlichkeit gesorgt. Vor kurzem folgte der vorläufige Höhepunkt: Die Schülerinnen und Schüler des FWG stellten auf Einladung der Landtagspräsidentin Barbara Stamm zusammen mit ihren vier begleitenden Lehrkräften die Ausstellung im Münchner Maximilianeum vor. Und auch hier hinterließ die Ausstellung Spuren.

„Das war ein unvergessliches Erlebnis!“ Noch Stunden nach der Veranstaltung zeigt sich Hanna Schmidt tief beeindruckt von dem, was sie am vergangenen Dienstag erleben durfte. Hanna war eine von über 30 weiteren Schülerinnen und Schülern des Frankenwald-Gymnasiums, die sich zusammen mit ihren vier betreuenden Lehrkräften auf den Weg nach München gemacht hatte, um der Einladung von niemand Geringeren als der Landtagspräsidentin Barbara Stamm ins Maximilianeum zu folgen.

Als Mitglieder der Schulgruppe der „Mut-Macher“ hatten sie vor genau vor einem Jahr ihre Ausstellung „Menschen – Flucht, Vertreibung, Heimat“ am Kronacher Schulzentrum vorgestellt. Zwölf Monate später folgte quasi der Ritterschlag für das Projekt und die „Mut-Macher“ des FWG. Denn nicht nur Barbara Stamm sondern auch die zahlreichen Abgeordnete des Landtages zeigten sich von der Ausstellung rund um die Themen Flucht und Asyl tief beeindruckt. „Ich bin nicht nur begeistert, sondern auch sehr dankbar für das vorbildliche Engagement von jungen Menschen und Pädagogen dieser Schule“, schrieb Barbara Stamm in das Gästebuch der Ausstellung. 

Doch nicht nur das Lob der Politiker sondern der Ablauf des gesamten Tages spiegelte eine enorme Wertschätzung für das Tun und Wirken der FWG-Schüler wider. Am Tag ihres Besuches waren die „Mut-Macher“ nämlich nicht alleine im Maximilianeum. Immerhin stand an diesem Tag eine Vollversammlung des Landtags an, zu der sich alle Minister und Abgeordneten im Haus eingefunden hatten. Und gerade in diesem Trubel wurde die Ausstellung der Kronacher Schule im Senatssaal präsentiert. „Dass unsere Ausstellung in einem solchen Rahmen präsentiert wird, macht uns alle sehr stolz“, erläuterte beispielsweise Studienrätin Kirsten Uhthoff ihre Gefühlslage. Zusammen mit Stefanie Aust, Matthias Schneider und Matthias Simon hatte sie die Schülerinnen und Schüler auf dem etwa 18-monatigen Weg zur Ausstellung begleitet.

Und in der Tat erlebten die „Mut-Macher“ zusammen mit ihren Lehrkräften in München den „ganz großen Bahnhof“. Landtagsvizepräsidentin Inge Aures und die Integrationsbeauftragte der Staatsregierung, Kerstin Schreyer, hießen die Schülerinnen und Schüler zur Ausstellungseröffnung im Maximilianeum willkommen und waren beeindruckt von der Professionalität der Ausstellung. Inge Aures sagte: „Die Ausstellung zeigt in beeindruckender Weise, dass ihr euch intensiv mit den Fakten und Rahmenbedingungen des Themas Flucht beschäftigt habt. Dabei habt ihr euch nicht auf Informationen von außen verlassen, sondern habt selbst Gespräche geführt“. Nico Schlee, „Mut-Macher“ aus der Q11 des FWG, bestätigte diese Einschätzung, indem er berichtete, dass gerade die Informationen aus den persönlichen Gesprächen in die Ausstellung eingearbeitet wurden. Dabei seien auch richtige Freundschaften zu den Flüchtlingen entstanden. Als die Flüchtlinge Ende 2015 die Turnhallen am Schulzentrum wieder verließen und in eine andere Flüchtlingsunterkunft zogen, habe der Kontakt gehalten.

Die Ausstellung war den gesamten Tag im Senatssaal zu sehen und stieß bei Abgeordneten aus allen Fraktionen auf großes Interesse. Wenig später erwies auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm der Ausstellung und somit den „Mut-Machern“ die Ehre. Doch damit nicht genug: Während zeitgleich im direkt angrenzenden Plenarsaal beispielsweise Innenminister Joachim Herrmann seine Rede hielt, suchte Barbara Stamm lieber über eine Stunde lang das Gespräch mit den Kronacher Gymnasiasten und ermutigte sie dabei, sich auch weiterhin derart beherzt und couragiert für aktuelle Themen und für die Werte der Demokratie einzusetzen. Das hinterließ Spuren bei den jungen Kronachern.

Nach dem Abbau der Ausstellung zeigten sich alle „Mut-Macher“ stolz, als sie wieder den Heimweg antraten. Besonders beeindruckend war auch der Eintrag der Abgeordneten Claudia Stamm im Gästebuch: „Wahnsinn! So ein tolles Projekt! Ich bin zu Tränen gerührt ob des Schicksals von Ari, der auf die Frage nach der Heimat ‚Deutschland‘ antwortet—und jetzt nach Pakistan abgeschoben wurde. Danke für Euer Engagement!“ Offenbar hinterließen nicht nur die Asylbewerber bei den „Mut-Machern“, sondern auch die „ Mut-Macher“ bei den Abgeordneten einen bleibenden Eindruck.

-mts-