Eine kleine Bühne für große Talente

 

Das Frühlingskonzert des Frankenwald-Gymnasiums war ursprünglich dafür gedacht, einem kleinen Kreis musikalischer Talente eine Bühne zu bieten. Mittlerweile sind diese Talente derart zahlreich am FWG vertreten, dass bei der Auflage 2017 über 50 Schülerinnen und Schüler einen eindrucksvollen Konzertabend gestalteten.

Am Ende stand eine symbolhafte Geste: Christiane Stömer-Rauh, Stefanie Bär und Ralf Probst, allesamt Musiklehrer am Frankenwald-Gymnasium, überreichen nach dem Frühlingskonzert in der Aula des Frankenwald-Gymnasiums ihren Schülerinnen und Schülern bunte Blumen. Die damit vermittelte Botschaft: Die Lehrkräfte sind stolz und begeistert vom Engagement und der Leistung, die ihrer Schützlinge an jenem Abend unter Beweis gestellt haben.

Immerhin standen sie als Solisten oder in kleinen Ensembles allein im Rampenlicht der liebevoll gestalteten Bühne in der Aula des FWG und untermauerten in einem musikalisch anspruchsvollen wie abwechslungsreichen Konzertabend das hohe musikalische Niveau, das an der Schule herrscht. „Es ist unglaublich, wenn man bedenkt, dass diese Konzertidee ursprünglich einmal für einen kleineren Rahmen gedacht war. Aber heute hatten wir über 50 großartige Talente auf der Bühne“, bilanzierte eine sichtlich zufriedene Stefanie Bär am Ende des Konzertabends.  

Während bei den traditionellen Advents- und Sommerkonzerten der Schule die Chöre und Bands im Mittelpunkt stehen, bot das Frühjahrskonzert somit auch in diesem Jahr die Möglichkeit, die individuelle Qualität der Musikerinnen und Musiker zu beleuchten. Bunt waren dabei nicht nur die Palette der Musikrichtungen und die Vielzahl der Instrumente, die von der Harfe bis zu Kochtöpfen reichten, sondern auch das Ambiente: Über 300 Schülerinnen und Schüler des FWG waren zusammen mit ihren Kunstlehrerinnen Andrea Partheymüller-Gerber, Alexandra Reiter und Mirjam Gwosdek für die liebevoll gestaltete Dekoration der Aula verantwortlich. Die Bilder, die geflochtenen Vögel und die überdimensionalen Kulissenwände waren auch bei der Auszeichnung des Frankenwaldes zum „Waldgebiet des Jahres 2017“ in Neufang zu sehen gewesen. Den zu dieser Kulisse passenden bunten Frühlingsstrauch boten dann die jungen Talente auf der Bühne des Frühlingskonzerts. Denn hier galt vor allem das Motto „Vielfalt ist Trumpf“.

So kam es beispielsweise dazu, dass auf Mozarts „Kleine Nachtmusik“ Thomas Laukels „Kleine Schrottmusik“ folgte, wobei die Titel nichts über die musikalische Qualität der Vorträge aussagten. Denn während das Querflöten-Quartett einen technisch ausgereiften Auftritt hinlegte, begeisterte das Percussion-Trio mit der rhythmisch exakten Anwendung von Kochtöpfen, Plastikflaschen und Blechdosen.

Dieser stete Wechsel zwischen musikalisch ruhigen und heiteren Momenten charakterisierte den gesamten ersten Teil des Konzertprogramms. Für die leisen Töne sorgten beispielsweise Jakob Daum (5. Klasse) am Klavier sowie Marcel Geißer (7. Klasse) an der Harfe und der zarte Gesang von Chiara Mitter (9. Klasse). Staunen durfte man aber auch über den musikalischen Gebrauch von Butterbrot-Tüten. Denn genau diese kamen beim Rhythmikstück „Grooving Paper Bag“ des Percussion-Quartetts zum Einsatz. „Wie kommt man auf die Idee, ein solches Stück für ein derart ungewöhnliches ‚Instrument’ zu komponieren?“ Diese Frage stellte sich nicht nur David Bauer (Q11), der zusammen mit Laura Hellgeth (Q11) den Abend charmant moderierte. Es sprach für die ungezwungene Atmosphäre des Abends, dass mit Ralf Probst der Komponist des Stücks die Frage gleich selbst beantworten konnte: „Eine Grundidee, zwei Stunden Zeit und ein Glas Rotwein – fertig ist das Stück!“

Im zweiten Teil des Konzerts häuften sich dann die Beiträge mit dem Prädikat „ausgezeichnet“. Wortwörtlich galt dies für Katharina Lauer (Q12, Querflöte), Sabrina Buckreus (9. Klasse, Oboe) und Sarah Buckreus (Q12, Fagott), die mit Jacques Widerkehrs „Allegro“ ein musikalisches Glanzstück ablieferten, für dessen Umsetzung sie auch beim renommierten Wettbewerb „Jugend musiziert“ den 1. Platz erzielt hatten. Marcel Bayer (Q12, Trompete), Marcel Schuberth (9. Klasse, Gitarre) sowie das Saxophon-Ensemble als auch das Blechbläser- und Gitarren-Quartett standen dieser musikalischen Klasse in nichts nach.

Eine echte Überraschung in Form einer Premiere hatte der Abend aber auch noch zu bieten: Christiane Stömer-Rauh, Stefanie Bär und Ralf Probst ließen es sich nicht nehmen, ihren persönlichen Beitrag zum Frühlingskonzert zu leisten. Dafür traten die drei Musiklehrkräfte gemeinsam an das Marimbaphon und lieferten hier eine bemerkenswerte Interpretation von „Habanera“ aus Bizets Oper „Carmen“ ab.

Den passenden Schlusspunkt des abwechslungsreichen und so kurzweiligen Konzertabends lieferte die Band „Major Seven“. Bei der von Bandleader Niklas Diller angestimmten Verszeile „Hey teachers, leave us kids alone!“ aus Pink Floyds Kulthymne „Another Brick in the Wall“ nickten nicht nur die Schüler sondern auch die anwesenden Lehrer eifrig mit – was sicherlich auch auf die anstehenden Osterferien zurückzuführen war.

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Weitere Beiträge des Frühjahrskonzerts: Liese Schultheiß (Violine), Ina Siegelin (Klavier), Miriam Ginevrino (Altblockflöte), Laura Franke (Violoncello), Laura Pfadenhauer (Gitarre), Jessica Schirmer (Gesang), Eva-Maria Bienlein (Klavier),  Klarinetten-Ensemble, Streichquintett, Instrumentalensemble der Oberstufe

-mts-