Ein Selfie mit Cheng Loew

Medienscouts nehmen bei der Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock teil.

 

Drei Tage lang nahmen die „Medienscouts“ des Frankenwald-Gymnasiums und der Gottfried-Neukam-Mittelschule an der 2. Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock teil. Die Inhalte, die sie dort von anerkannten Experten zum Thema „Digitale Medien“ erhalten haben, wollen sie nun an ihre Mitschüler weitergeben. Dabei trafen sie auch auf Prominenz – allen voran auf Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und auf den Youtube-Star Cheng Loew

Die Zahl ist schockierend: „Über 700.000 Erwachsene in Deutschland haben sexualisierten Online-Kontakt zu Kindern unter 14 Jahren“, berichtet „Innocence in Danger“. Der Verein, zugleich weltweite Bewegung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern, stellte einen der zahlreichen Referenten, die im Rahmen der 2. Bundesjugend Konferenz Medien in Rostock vom vergangenen Wochenende Zahlen und Fakten rund um die neuen Medien an 200 Medienscouts aus ganz Deutschland vermittelten.

Unter den Teilnehmern dieser Konferenz waren auch insgesamt 14 Medienscouts des Frankenwald-Gymnasiums und der Gottfried-Neukam-Mittelschule in Kronach. „Die dreitätige Konferenz in Rostock war für uns reich an Erfahrungen und Erkenntnissen und wird unsere Arbeit als Medienscouts an den Schulen spürbar beeinflussen“, ist sich Marielle Runkel sicher. Die 14-jährige Schülerin wurde wie die 13 anderen in Rostock anwesenden Kronacher Medienscouts bereits im Vorfeld der Konferenz für ihre Rolle als „Medienberater“ ausgebildet und steht seitdem im Sinne der „Peer-to-Peer-Education“ (Schüler bilden Schüler aus) ihren Mitschülern als „Medienexpertin auf Augenhöhe“ zur Seite. Begleitet wurden die Kronacher Medienscouts von ihren betreuenden Lehrkräften Veit Schott und Matthias Schneider. Mit dabei waren in Rostock auch Alfons Hrubesch, Peter Bürgin und Susanne Werner von der „Opferhilfe Oberfranken“ (OHO). Die OHO ist hauptverantwortlich für die Grundausbildung der mittlerweile über 100 Medienscouts in Oberfranken aus den Landkreisen Kronach, Coburg, Kulmbach, Lichtenfels, Hof und Bayreuth. Die Zielsetzung der OHO und der Medienscouts, „Prävention ist der beste Opferschutz“, war auch das Motto der gelungenen Konferenz in Rostock.

Dabei ist die hohe Zahl der potenziellen sexuellen Straftäter im Netz nur eine Facette des Problems. Eine weitere, noch viel schockierende Tatsache wird den Medienscouts im Rahmen der Konferenz ebenfalls vermittelt. „Bekannte Online-Spiele wie FIFA 17 sind Türöffner für diese Straftäter, da sie den ersten Kontakt zu unschuldigen Kindern und Jugendlichen ermöglichen“, berichtet der Brandenburger Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger. Denn über die Chat-Funktionen der offiziell für unbedenklich gehaltenen Spiele dringen die Straftäter immer häufiger in das nur noch scheinbar sichere Kinderzimmer ein – ohne, dass die Eltern die Gefahren auch nur erahnen können. „Dieses Wissen wollen wir nicht nur an unsere Mitschüler sondern auch an die Eltern weitergeben“, waren sich die Kronacher Medienscouts sicher.

Die lange Reise vom Frankenwald an die Ostsee hatte sich demnach mehr als gelohnt. Die Gefahren von Online-Spielen waren nur eines von vielen Themen, die den Medienscouts vermittelt wurden. Sexting, Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming, Hatespeech, Darknet, Spielsucht und die Radikalisierung Jugendlicher über das Internet waren weitere spannende und vor allem hoch aktuelle Themen der Konferenz.

„Toll waren auch die Begegnungen und der Erfahrungsaustausch mit den Jugendlichen aus den anderen teilnehmenden Bundesländern“, erklärte der 18-jährige Romain Schuberth nach den drei anstrengenden, aber auch ungemein spannenden Tagen in Rostock. Er besuchte die Konferenz in Rostock bereits zum zweiten Mal. 2017 standen aber nicht nur Vorträge von verschiedenen Experten im Mittelpunkt. In zahlreichen Workshops hatten die Jugendlichen auch ausreichend Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit einzubringen.

Welch wichtigen Beitrag die Medienscouts leisten, untermauerte auch der Besuch der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die zugleich die Schirmherrschaft übernommen hatte. Noch eindrücklicher war für die Jugendlichen aber der Auftritt von Cheng Loew. Der 30-Jährige ist ein echter Star. Über eine Million Abonnenten seines You-Tube-Channels untermauern dies. Der als „Social Media Influencer“ bekannte Cheng nutzte bei seinem Besuch der Konferenz die Gelegenheit, den Medienscouts Mut für ihre verantwortungsvolle Rolle zuzusprechen. Für die Konferenz in Rostock hatte er ein eigenes Video zum Thema Cybermobbing produziert. „Seht euch im Netz vor und lasst die Opfer von Cyber-Mobbing nicht allein“, ermunterte Loew die Medienscouts mit seinem authentischen und sympathischen Auftritt, in dessen Anschluss er sich als „Star zum Anfassen“ präsentierte. Denn nur zu gerne posierten auch die Kronacher Medienscouts mit ihm zum obligatorischen Selfie. „Rostock war für uns eine wichtige Bestätigung dafür, dass wir als Medienscouts an unseren Schulen wirklich etwas bewegen können“, lautete demnach das wichtigste Fazit der Kronacher Medienscouts am Ende der dreitägigen Konferenz.

-mts-