Frankenwald-Gymnasium
Kronach
Fördern - Werte - Gemeinschaft

Der enorm große Besucherandrang in der Kronacher Stadtpfarrkirche machte es auch in diesem Jahr deutlich: Das Adventskonzert des Frankenwald-Gymnasiums ist hinsichtlich seiner musikalischen Klasse schon längst kein Geheimtipp mehr. Und auch 2019 bieten die Chöre und Ensembles des FWG einen Konzertabend, der auf einem ausgesprochen hohen musikalischen Niveau zum Erlebnis zwischen ruhiger Besinnung und großer Vorfreude auf das Fest wird.

 

 

Kronach. Bereits vor den ersten musikalischen Klängen des diesjährigen Adventskonzerts des Frankenwald-Gymnasiums offenbarte der Abend seinen ersten Höhepunkt: Obwohl die Stadtpfarrkirche bis auf den letzten Platz gefüllt war und sogar Stühle in den Gängen aufgestellt werden mussten, wurde es fünf Minuten vor der musikalischen Eröffnung plötzlich ganz still im Gotteshaus. Die im ursprünglichen Sinne des Advents verankerte Ruhe und die frohe Erwartung auf das Kommende breiteten sich in der Stadtpfarrkirche aus und wurden in den darauf folgenden 100 Minuten mehr als nur erfüllt. Denn das Konzertprogramm bot neben der beeindruckenden musikalischen Abwechslung ausreichend Gelegenheit, sich sowohl von den besinnlichen Tönen der Adventszeit als auch von den ausgelassenen Melodien des Weihnachtsfestes erfassen zu lassen.

Neben der beispiellos hohen Qualität bestach der Konzertabend auch mit musikalischen Überraschungsmomenten und mit Premieren neuer Ensembles, die einmal mehr deutlich machten, welch hohen Stellenwert die Musik am Frankenwald-Gymnasium einnimmt.

Das Motto des gesamten Abends hatte dabei früh im Programm der Unterstufenchor unter der Leitung von Sarah Sillmann parat: „Musik, die tief in uns erklingt und ein Stück vom Himmel bringt“ stimmten die jungen Sängerinnen und Sänger bei Rolf Zuckowskis  „Dezemberträume“ an und zauberten dabei, wie alle Mitwirkenden des Konzerts, genau dieses Stück Himmel in die Stadtpfarrkirche.

Kurz zuvor hatte Victoria Schirmer an der Orgel überzeugend mit Johann Sebastian Bachs „Präludium in g-Moll“ den Konzertabend festlich eröffnet, ehe das Blechbläser-Ensemble von der Empore aus mit Lerroy Andersons „Sleigh Ride“ zu einer musikalischen Schlittenfahrt einlud. Das Besondere hierbei: Das Ensemble wurde von Ina Siegelin und somit erstmals von einer Oberstufenschülerin des FWG geleitet.

Eine weitere Premiere gab es wenig später zu bestaunen, als die „Jazz-Kids“ unter der Leitung von Ralf Probst ihren ersten Auftritt feierten. Vor wenigen Wochen erst gegründet, bestach das Ensemble aus Unterstufenschülerinnen und -schülern durch einen bunten „Instrumentalmix“, bei dem sich Posaunen, Trompeten und Saxophone mit einem Cello, Schlagzeug und E-Bass zu einem mitreißenden Klangbild vereinten. Doch auch die klassisch zusammengesetzten Ensembles begeisterten durch hohe Spielkunst, was seinen vorläufigen Höhepunkt beim Auftritt des Klarinettenquartetts unter der Leitung von Sarah Sillmann fand: Selten zuvor hatte man Franz Grubers „Stille Nacht, Heilige Nacht“ derart perfekt intoniert und einfühlsam präsentiert bekommen, wie von den vier Musikerinnen.

Ein unverkennbares Kennzeichen des Abends war aber auch, dass dem Konzertpublikum immer nur kurz die Gelegenheit eingeräumt wurde, in adventlicher Ruhe und Besinnlichkeit zu verharren. Denn im direkten Anschluss erfolgte eine ganz andere Interpretation des wohl bekanntesten deutschen Weihnachtsliedes, als das Percussion-Ensemble mit dem Marimbaphon an der Spitze die „Stille Nacht“ mit viel Rhythmusgefühl in die Karibik verlagerte.

Bei so viel musikalischer Klasse ihrer Schülerschaft wollten sich die Lehrkräfte des FWG nicht verstecken und bewiesen mit zwei perfekt intonierten und ausdrucksstarken Liedvorträgen zu Jean Rameaus „La nuit“ und Jay Althaus’ „Sing Noel“ ihre gesanglichen Qualitäten.

Der zweite Teil des ungemein kurzweiligen Konzertabends gehörte den großen Ensembles des FWG. Zu diesen zählt mittlerweile auch wieder das Orchester, das auf einem warmen Klangteppich endgültig in die Weihnachtszeit entführte, als beispielsweise beim „Somewhere in my mermory“ von John Williams ein Glockenspiel im Hintergrund erklang.

Richtig eng wurde es dann vor dem Altarraum der Stadtpfarrkirche, als sich der große Chor unter der Leitung von Christiane Stömer-Rauh formierte. Über 60 Sängerinnen und Sänger sorgten beispielsweise beim „Was nie ein Auge gesehen hat“ von Tore W. Aas für wahre Gänsehautmomente und wurden dabei von Sarah Buckreus an der Oboe begleitet.

Richtig mitreißend wurde es dann beim mit viel Spannung erwarteten Auftritt der Big Band unter der Leitung von Ralf Probst. Die Gruppe hat sich längst auch überregional einen Namen gemacht und untermauerte die eigene musikalische Ausnahmestellung mit einer spielerisch anmutenden Darbietung höchst komplexer Arrangements wie bei Hagen A. Fritsches „Santa’s Funky Christmans Time“. Doch das Ensemble beherrschte auch die leisen Töne bei Stings Popballade „Fields of Gold“. Bereichert wurde die Klangfülle noch zusätzlich durch den Solo-Gesang von Chiara Mitter.

Eigentlich hatte man spätestens nach diesem Programmpunkt keine musikalische Steigerung mehr erwarten dürfen, doch selbst hier wurde das Publikum noch überrascht: Zum abschließenden „You raise me up“ von Rolf Lovland formierten sich alle Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalisten des Abends im Altarraum und sorgten für ein atemberaubendes Schlussbild und Hörerlebnis, das am Ende zu Recht mit stehenden Ovationen des Publikum gefeiert wurde. Sichtlich stolz war dann auch Schulleiter Harald Weichert, der sich im Namen aller Anwesenden bei den Musik-Lehrkräften Christiane Stömer-Rauh, Sarah Sillmann und Ralf Probst für diesen unvergesslichen Konzertabend bedankte, ehe alle den Choral „Wir sagen euch den lieben Advent“ anstimmten und so wieder auf den Weg in die Ruhe der Adventszeit zurückfanden.

-mts-

 

 

 

 

 

 

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