Frankenwald-Gymnasium
Kronach
Fördern - Werte - Gemeinschaft

In der Zeit von 1945 bis 1989 suchten 4,9 Millionen Flüchtlinge aus dem kommunistischen Machtbereich der DDR ihre Freiheit im Westen. Einige von ihnen nahmen sogar das Todesrisiko der Fluchten über die innerdeutsche Grenze auf sich. Diese Grenze teilte nicht nur Deutschland in die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland, sondern auch das kleine Dorf Mödlareuth, das von den Amerikanern auch „Little Berlin“ genannt wurde, entlang des Flusses Tannbach.

 

Die drei 10. Klassen besuchten am 8. Juli 2019 gemeinsam mit OStR Heiko Gernlein und StR Christian Roegner das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth.

 Als Einstieg wurde ein Kurzfilm über das Alltagsleben an der Grenze mit Eindrücken und realen damaligen Filmausschnitten gezeigt.

 In zwei Gruppen aufgeteilt wurden anschließend die Schulklassen über das Außengelände geführt. Dort erfuhren sie, was die Grenze mitten durch das Dorf für die Bewohner bedeutet hat und noch immer bedeutet. Schockiert waren die Schüler und Schülerinnen über die grausamen Vorkehrungen des Staatsregimes der DDR, um Flüchtlinge aufzuhalten. So wurden zum Beispiel Hundelaufanlagen mit angeketteten hungrigen Tieren im Grenzbereich eingesetzt. Millionen Minen waren so empfindlich gebaut, dass sogar kleine Kinder verletzt werden sollten. Grenzzäune wurden mit SM-70- Selbstschussanlagen ausgestattet, die etwa hundert scharfkantige Stahlsplitter verschossen und Flüchtlinge schwer oder tödlich verletzten. Außerdem wurde die Grenze von zahlreichen Beobachtungstürmen aus und Grenzposten streng überwacht.

 Zum Abschluss besichtigten die Schüler und Schülerinnen selbstständig Museum und  Fahrzeugausstellung mit „Trabant Kübel“ (= für militärische Zwecke umgebauter Pkw Trabant), anderen Grenzfahrzeugen der DDR sowie der BRD, Panzer und Hubschrauber.

 Die anschauliche Ausstellung und Führung über das Außengelände ließen einen gedanklich leicht in den Alltag der früheren Mödlareuth-Bewohner eindringen. Beeindruckt und ergriffen von der nachwirkenden Realität der deutschen Geschichte fuhren die Schulklassen zurück nach Kronach.

 

Text und Foto: Liese Schultheiß, 10a