Frankenwald-Gymnasium

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"Heal the world" - Adventskonzert des FWGs in der Kronacher Stadtpfarrkirche

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Kronach. „Die leise Zeit des Zuhörens macht es leichter, sich auf die Großartigkeit des Weihnachtsfestes einzustimmen.“ Mit diesen Worten begrüßte „Gastgeber“ Pfarrer Thomas Teuchgräber die Besucher der katholischen Stadtpfarrkirche, die am vergangenen Freitagabend der Einladung des Frankenwald-Gymnasiums zum alljährlichen Adventskonzert der Solisten, Gruppen und Chöre des FWG gefolgt waren. Und tatsächlich vermochten es alle Musiker mit einem ungemein abwechslungsreichen Programm und mit Beiträgen auf hohem Niveau das bis auf den letzten Platz besetzte Gotteshaus in weihnachtliche Vorfreude zu hüllen.


Das Konzert bot dabei einen eindrucksvollen Rahmen für die musikalische Vielfalt und das individuelle Können der Musiker und beinhaltete neben einer großen Bandbreite an Instrumenten auch unterschiedliche Stilrichtungen. Von Joseph Haydn bis Michael Jackson reichte demnach das Programm, das unter der Gesamtleitung von Christiane Stömer-Rauh stand.
Schulleiterin Ursula Fritzsche ging bei ihrer Begrüßung auf das hohe Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrer in einer prüfungsreichen Zeit ein und bedankte sich bei allen Beteiligten für die intensive Vorbereitung auf das Konzert, das sich dann schnell als ein echter Hörgenuss herausstellte.
Den festlichen Einzug gestaltete Florian Beetz an der Orgel mit einer musikalischen Paraphrase zu „Tochter Zion“. Dabei verstand es der Kollegstufenschüler vortrefflich, nach zurückhaltendem Beginn die bekannte Weihnachtsmelodie mehr und mehr zu steigern, ehe sich die gesamte Festlichkeit des Chorals im gewaltigen Schlussakkord entlud. Deutlich ruhiger fielen die folgenden Beiträge von Theresa Pietz (Klasse 6a) und Julia Bonik (K13) aus. Die beiden Querflöten-Spielerinnen überzeugten beim „Stern über Bethlehem“ und „Engel lassen laut erschallen“ durch ihr gefühlvolles Interpretationsvermögen. Gleiches galt für Lina Prell und Franka Witthauer, die mit ihren Akustik-Gitarren für die wohl einfühlsamsten Momente des Konzertabends sorgten. Mit den Melodien „Trotto“, „Kohlergasse 4“ und „Der Mond“ begeisterten die beiden Fünftklässler durch den zarten und sauberen Klang ihrer Instrumente. Dass dem FWG im musikalischen Bereich die „Nachwuchskräfte“ in den nächsten Jahren nicht ausgehen werden, verdeutlichte auch Jonathan Zoll (6c) am Klavier mit der sicheren Darbietung des „Allegro“ aus der Kindersonate G-Dur von Robert Schumann. Zum festen musikalischen Inventar des FWG zählt hingegen das Querflöten-Trio um Julia Bonik (K13), Margarethe Geigerhilk und Lara Kotschenreuther von der Realschule II, die begleitet von Thomas Meyer (K 13) am Violoncello mit dem „Quartetettino“ von Alessandro Scarlatti barocke Lebensfreude in die Stadtpfarrkirche zauberten. Ein ebenfalls etabliertes Trio bilden am FWG die Klarinetten von Hanna Seiß (Q11), Jonas Längenfelder (K13) und Lisa Spranger. Letztgenannte hatte bereits im vergangenen Schuljahr ihr Abitur am FWG absolviert, hält ihrer ehemaligen Schule aber musikalisch die Treue, was im Falle des dargebotenen 1. Satzes von Boussils „Drei Trios op. 7“ ein echter Glücksfall war, da die drei Jugendlichen selbst die schwierigsten Passagen hervorragend aufeinander abgestimmt und ungemein homogen vortrugen.


Die musikalisch anspruchsvollsten Beiträge lieferten am Abend aber zwei Solisten, deren Können professionelle Ausmaße annahm. Denn sowohl Sandra Schnappauf (10c) an der Klarinette als auch Michael Hertel (K12) am Klavier und der Oboe meisterten ihre ungemein schwierigen Stücke mit bewundernswerter Bravour. Während Sandra Schnappauf in der Klavierbegleitung von Katja Heußel das „Allegro“ aus Carl Maria von Webers „Klarinettenkonzert op. 74, Es-Dur“ trotz technischer Höchstschwierigkeiten mit großer Leichtigkeit und hoher Musikalität anstimmte, überzeugte Michael Hertel gleich an zwei Instrumenten. Denn dem gefühlvollen Beitrag „La fille aux cheveux de lin“ von Claude Debussy am Klavier folgte der atemberaubende Auftritt an der Oboe, als der 17jährige Gymnasiast unter der Klavierbegleitung von Christiane Stömer-Rauh das „Allegro spirituoso“ von Joseph Haydn vortrug. Begeistert folgte das Publikum dem sicheren Spiel des Musikers, der mit immenser Ausdruckskraft und technischer Perfektion sein musikalisches Ausnahmetalent unter Beweis stellte.

Die tragenden musikalischen Säulen des Konzertabends waren aber auch in diesem Jahr das Orchester unter der Leitung von Katja Heußel und der Oberstufenchor (Leitung: Christiane Stömer-Rauh). Das Orchester überzeugte sowohl beim romantisch verträumten „Three Irish Airs“ von Edward Huwes Jones wie auch beim beschwingten „Spanish Dance“ von Moritz Moszkowski im Drei-Viertel-Takt mit seinem homogenen Klangbild und zauberte nicht zuletzt durch die bekannten Weihnachtsmelodien „Hark the herald angels sing“ und „Es wird scho gleich dumpa“ adventliche Stimmung in die Kirche. Gleiches galt für den Oberstufenchor, der sowohl beim „Light the lights“ als auch beim „On with the snow“ für ein imposantes Klangbild sorgte und zudem die Freude am eigenen Gesang spürbar machte.
Emotionaler Höhepunkt des gesamten Konzertabends war aber der gemeinsame Auftritt von Orchester und Oberstufenchor. Denn immerhin erklang zum Abschluss des Konzertes die bekannte Pop-Ballade „Heal the world“ von Michael Jackson, die im Arrangement des Coburgers Uwe Kohl für echte Gänsehaut-Atmosphäre sorgte. Denn den musikalischen Traum von einer besseren und vor allem friedvolleren Welt unterstrichen die Sängerinnen und Sänger des Chores noch durch das Entzünden von Kerzen, die mit ihrem hellen Schein ein imposantes Schlussbild für die anfangs von Pfarrer Teuchgräber angesprochene Ruhe ergaben. Schulleiterin Ursula Fritzsche bedankte sich nach dem lang anhaltenden Schlussapplaus für die bemerkenswerten Leistungen aller Beteiligten und überreichte an Christiane Stömer-Rauh und Katja Heußel für deren Leitung ein kleines Präsent.
-mts-