
Die Freude und die Erleichterung über den lautstarken Applaus konnte man der Lehrkraft und allen Beteiligten am Gesicht ablesen. Immerhin hatte es Frau Reiter in enger Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogen Andreas Dengler und Musiklehrerin Veronika Bickl geschafft, ein echtes Mammutprogramm erfolgreich umzusetzen. Über 90 Schülerinnen und Schüler waren mehrere Monate lang an den Vorbereitungen zu der Aufführung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ beteiligt. Spätestens am Donnerstagabend wussten alle, dass sich dieser immense Aufwand mehr als gelohnt hatte. Denn in einer fast dreistündigen und überaus liebevoll gestalteten Aufführung wurden die Besucher in die fantastische Welt des Lummerlands und in die spannende und von Drachen und Geistern begleitete Reise des mutigen Lokomotivführers und seines kleinen Freundes entführt. Sowohl die bemerkenswerten schauspielerischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe als auch das imposante „Rahmenprogramm“ machten die Premiere zu einem unvergesslichen Erlebnis. Allein 40 Bühnenbildner waren im Einsatz, um Kulissen und Kostüme zu basteln, die das Eintauchen in die Hauptstadt Chinas, das Ende der Welt, in das Land der tausend Vulkane, der Drachenschule und nicht zuletzt in das Lummerland selbst ermöglichten.
Echten Musicalcharakter erhielt die Aufführung durch den Einsatz des 34köpfigen Unterstufenchores unter der Leitung von Studienrätin Veronika Bickl. „Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr“ so lautet die wohl berühmteste Verszeile aus der musikalischen Feder von Konstantin Wecker. Am Donnerstagabend wurde sie quasi zum Leitmotiv der gesamten Aufführung, denn zwischen den Umbaupausen auf der Bühne stimmten der Chor und Sandra Schnappauf an der Klarinette diese und weitere bekannte Melodien immer wieder an. Der Musicalcharakter wurde durch das farbenfrohe Bühnenbild noch verstärkt. „Musik, Bühnenbild und Schauspieler unter einen Hut zu bringen, war sicherlich die größte organisatorische Leistung dieses Projekts,“ erklärte Alexandra Reiter nach der Premiere erleichtert. Doch auch für die Kunstlehrerin selbst war der Abend eine Premiere. Erstmalig hatte sie die Fäden der Regie in der Hand. „Ich bin zufrieden und absolut stolz auf unsere Schüler,“ fügte sie bescheiden hinzu. Zuvor hatte sie vom ebenfalls begeisterten Schulleiter Dr. Klaus Morsch ein großes Lob erhalten. Dieses galt aber allen 90 Beteiligten.
In der Tat leisteten alle Bemerkenswertes. Vor „vollem Haus“ wurde die bekannte Geschichte des kleinen schwarzen Waisenjungen Jim Knopf, der als Baby in einem geheimnisvollen Paket auf die Insel Lummerland gebracht wurde, und seines besten Freundes, Lukas, erzählt. Aufgrund des Platzmangels auf der Insel machen sich beide mit ihrer Lokomotive Emma auf den Weg und retten dabei die Tochter des chinesischen Kaisers aus den Fängen des grausamen Drachen Frau Mahlzahn. Letztendlich ist es aber gerade diese zweifelhafte Pädagogin, die den beiden Freunden die Heimreise ins Lummerland ermöglicht und zudem eine Lösung für den dortigen Platzmangel findet, so dass Jim am Ende sogar seine eigene Lokomotive erhält. Auf ihrer Reise erleben die beiden Freunde große Abenteuer, die - in der Tradition der Theateraufführungen am FWG – auch mit dem augenzwinkernden Lokalkolorit der Schule versehen waren. So erschien den beiden Freunden beispielsweise bei ihrer Reise an das Ende der Welt eine Fata Morgana in Form des Schulleiters Dr. Morsch und seines Stellvertreters Herrn Püttner. Sowohl das lauthalse Lachen als auch das stille Staunen über die eindrucksvollen Kulissen, beispielsweise am Hofe des Kaisers von China, waren somit ständige Wegbegleiter der Zuschauer auf dieser in jeder Form fantastischen Reise. 






